Werdegang der Initiative

Statement von Oswald Inglin an der Medienkonferenz am 15. August 2014

Angefangen hat alles im Jahre 2010, als bei einem Mittagessen zwei Mitglieder unseres Initiativko­mitees sich über den Zustand der Katholischen Kirche unterhielten und im Laufe dieses Gesprä­ches auch die Idee zur vorliegenden Initiative aufkam.

Ausgelöst hat dieses Gespräch nicht ein konkreter Anlass, sondern die etwas hilflose Feststellung eines Reformstaus in der Kirche und die damit zusammenhängende Betroffenheit und den Unmut bei vielen Gläubigen.

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Wird das Kirchenvolk aufmüpfig?

Statement von Helen Schüngel-Straumann an der Medienkonferenz am 15. August 2014

Als feministische Theologin kämpfe ich vor allem gegen die Diskriminierung von Frauen. Die verschiedenen Anliegen zu Geschlechtergerechtigkeit hängen aber zusammen, so etwa die Frage des Zölibats. Die Initiative will aufzeigen, wo der Reformbedarf inzwischen zum Himmel schreit.

Was das Weiheamt für Frauen betrifft, wird von Rom wiederholt argumentiert, die Kirche sei wegen des Beispiels Jesu nicht befugt/legitimiert, Frauen zu weihen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Jesus hat weder Männer noch Frauen geweiht, er hat aber Jünger und Jüngerinnen berufen. Das wird von keinem Exegeten mehr bestritten. (mehr …)

Ohne Gleichstellung keine glaubwürdige Verkündigung der Botschaft Jesu

Statement von Guido Büchi, em. Pfarrer, an der Medienkonferenz am 15. August 2014

Nicht nur im Raume Basel – fast überall in der Weltkirche – fehlen Seelsorgerinnen und Seelsorger. Das Beharren der Kirche auf dem nur ehelosen Männern vorbehaltenen Priestertum schliesst viele Menschen vom Priesteramt aus. Dadurch ist es auch nur den zölibatären Männern möglich, Entscheidungen, welche die Praxis der Seelsorge und der Lehre betreffen, zu fällen. Frauen und Männer haben gemäss Kirchenrecht keine eigenen  Kompetenzen. Zwar hat nach dem letzten Konzil das Mitspracherecht der Laien, Frauen und Männer, in den Pfarreien und Bistümern stark zugenommen. Viele Verheiratete und Frauen sind in Pfarreiräten, Seelsorgeräten und Seelsorgeteams tätig. Allerdings immer nur beratend. (mehr …)

Wie geht die Geschichte weiter?

Informationen von Monika Hungerbühler, Co-Dekanin BS, Co-Leiterin Offene Kirche Elisabethen

  1. Anschliessend an diese Medienkonferenz findet auf dem Barfi ein kleiner Event statt. Auf einem roten Teppich – das ist der Sache angemessen – haben wir drei Schaukeln (auf Baseldeutsch „Gigampfi“) aufgebaut, auf denen Kinder gigampfen. Die Schaukeln stehen als Symbol, dass wir mit aller Deutlichkeit in der röm.-kath. Kirche etwas „INS GLEICHGEWICHT“ bringen wollen, was nicht im Gleichgewicht ist. Wir verfolgen dieses Anliegen jedoch nicht mit tierischem Ernst, sondern spielerisch. Wir hoffen dabei aber, dass unsere Anliegen in unserer Kirche umgesetzt sind, bevor die hier gigampfenden Kinder erwachsen sind.
    Passend zum heutigen Tag, Maria Himmelfahrt, gibt es eine Früchtebowle, denn an diesem Tag werden in den Kirchen geweihte Blumen- und Kräutersträusslein mit nach Hause genommen. Ausserdem verteilen wir den Abstimmungs-Flyer und sind da für Gespräche.
  2. (mehr …)

Aufbruch: Schleichende Entmündigung der Kirchenbasis

Am 28. September 2014 wird in Basel-Stadt und Baselland über die kirchliche Gleichstellungsinitiative abgestimmt bzw. über das, was davon übrig blieb. Anfang 2012 wollten rund 3‘000 UnterzeichnerInnen die Kirchenbehörden verpflichten, “darauf hinzuwirken, dass die Römisch-Katholische Kirche die gleichberechtigte Zulassung – unabhängig von Zivilstand und Geschlecht – zum Priesteramt ermöglicht.“

Nach zähem Ringen übernahmen die Organe der Landeskirchen diese Formulierung, allerdings mit dem Zusatz, dass man dabei die „je eigenen Zuständigkeitskompetenzen wahrt“. Und Bischof Felix Gmür betonte von Anfang an, dass die „staatskirchenrechtlichen Körperschaften“, wie sie neuerdings vom Bistum genannt werden, für diese Fragen nicht zuständig seien. Nur die Kleriker der Weltkirche könnten diese Fragen entscheiden. Die Kirchenräte und Synoden segneten diese erste Verwässerung klaglos ab. (mehr …)

Basler Zeitung: Synode geht auf Bischof zu

Die kirchliche Gleichstellungs-Initiative kommt Ende September in beiden Basel vors Volk. Mit der Initiative soll die Forderung nach dem Priestertum für Frauen und Verheiratete in der Verfassung der römisch-katholischen Landeskirchen verankert werden. Die Synode der Katholiken aus dem ­Baselbiet schwenkte am Mittwochabend in Binningen auf einen Kompromissvorschlag ein, der von der Landeskirche Basel-Stadt bereits im März verabschiedet worden war. Der Vorschlag kommt dem Bischof von Basel entgegen, der sich für den Initiativtext eine weniger fordernde und mehr bittende Formulierung gewünscht hatte. Während der Versammlung des Kirchen­parlaments in Binningen war lange und hart um die Annahme des Kompromisses gerungen worden.  (mehr …)

Basler Zeitung: Bischof für Verfassungsänderung

Felix Gmür, der Bischofvon Basel, hat in einem Schreiben sein Einverständnis zur Änderung der Kirchenverfassung der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt mitgeteilt. Damit genehmigt er einen neuen Passus im Ingress der Verfassung, den die Synode zwecks Ausformulierung der «Kirchlichen Gleichstellungs-Initiative» im März 2014 beschlossen hat. Diese Initiative wurde in den beiden Basel im Januar 2012 eingereicht. Sie verlangt, dass in der Verfassung eine Bestimmung aufgenommen wird, welche die Behörden der Römisch-Katholischen Kirchen der beiden Kantone verpflichtet, daran mitzuwirken, dass die Römisch-Katholische Kirche die gleichberechtigte Zulassung   – unabhängig von Zivilstand und Geschlecht – zum Priesteramt ermöglicht.

Nachdem eine erste Ausformulierung vom Bischofnicht mitgetragen worden war, gelang es den beiden Präsidien der Synoden und Kirchenräte, mit dem Bischofdie nun genehmigte Formulierung auszuhandeln, die besagt, dass man bei der Weiterentwicklung des kirchlichen Rechts auch das Anliegen «unterbreite», dass Veränderungen insbesondere in Bezug auf die gleichberechtigte Zulassung zum Priesteramt ermöglicht werden.

Basler Zeitung / hei

RKK BS: Bischof genehmigt die Verfassungsänderung.

Medienmitteilung vom 6. Mai 2014: Bischof genehmigt die Verfassungsänderung im Zusammenhang mit der Kirchlichen Gleichstellungsinitiative und verzichtet zukünftig auf die Genehmigung von Änderungen der Kirchenverfassung im Kanton Basel-Stadt.  (mehr …)

Basler Zeitung: Das Gleichheitsgebot hat Vorrang

Für Rechtsprofessorin Denise Buser ist das Verbot der Frauenordination nicht mehr haltbar.

Bis anhin war mehr oder weniger klar: Das Frauenpriestertum in der katholischen Kirche ist ausgeschlossen. «Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.» So steht es im kanonischen Recht. Und dieser Ausschluss der Frau vom Priestertum galt als unantastbar, weil er durch das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften gedeckt schien. Zudem wurde von Kirchenrechtlern stets darauf hingewiesen, dass es für Männer keinen Anspruch auf Empfang der Priesterweihe gibt. Also könnten Frauen ebenfalls keine Priesterweihe beanspruchen.

Dem widerspricht nun die Basler Titularprofessorin für öffentliches Recht, Denise Buser, in ihrer neusten Publikation «Die unheilige Diskriminierung». Laut Buser sind Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsprinzip höher zu werten als das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften. (mehr …)