Basler Zeitung: Am Puls der Katholiken

In den beiden Basel stimmt das Kirchenvolk am Sonntag über Zölibat und Frauenweihe ab.

Die Basler Katholiken stehen in diesen Tagen unter Beobachtung. Auch gewiss vom Vatikan aus. Am Sonntag stimmen die Kirchenmitglieder der beiden Basel darüber ab, ob sie für oder gegen den Zölibat und die Priesterweihe von Frauen sind. In der Kirche ist solch eine Abstimmung eine Besonderheit, sogar kurios. Von der unbefleckten Empfängnis bis zur Priesterweihe: Kirchenfragen werden in der katholischen Welt in Rom beantwortet, womöglich noch von Bischofskonferenzen diskutiert, jedoch nicht demokratisch an der Urne entschieden. Rund 91 000 Gläubige ab 16 Jahren können am Sonntag, 28. September, über die sogenannte Gleichstellungs-Initiative abstimmen und damit bekunden, wie sie zum jahrhundertealten Verbot des verheirateten Priesters stehen und wie zu der Vorstellung, eine Frau könnte die Eucharistiefeier mit der Gemeinde zelebrieren. (mehr …)

Kirche heute: Ein Kampf auf symbolischer Ebene

In der Frage der kirchlichen Gleichstellung prallen zwei Rechtssysteme aufeinander

«Was erlauben sich die?» und «eine Katastrophe, dass das heute überhaupt noch nötig ist»: Solche kontroversen Reaktionen zeigen, in welchem Spannungsfeld die Initiative für kirchliche Gleichstellung liegt.

Wenn die Katholiken und Katholikinnen in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft am 28. September über die Verfassungsartikel bezüglich kirchliche Gleichstellung entscheiden, ist das ein historischer Moment. Nicht wegen des Inhalts der Verfassungsänderungen, sondern weil es in der Geschichte der Kirche der erste Versuch ist, mit dem Mittel einer Verfassungsinitiative Reformwünsche im Staatskirchenrecht festzuhalten und so Einfluss auf eine Frage des kirchlichen Rechts zu nehmen. (mehr …)

bzBasel: «Das Volk ist noch nicht aufmüpfig genug!»

Abstimmung – Die Kirchliche Gleichstellungsinitiative sagt dem Monopol der zölibatären Priester den Kampf an.

Sie ist eine der wichtigsten Frauen in der abendländischen Geschichte. In unzähligen Gemälden, Statuen und Liedern wurde sie schon verewigt und als jungfräuliche Muttergottes wird sie von über einer Milliarde gläubiger Katholiken verehrt: Maria, die Mutter Jesu. Gestern, an Mariä Himmelfahrt, wurde ihre leibliche Aufnahme in den Himmel gefeiert. Diesen katholischen Feiertag hat sich das Komitee der kirchlichen Gleichstellungsinitiative passenderweise für den Auftakt seiner Abstimmungskampagne. (mehr …)